Viele Anleger fragen sich, ob ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto sicher ist

Langfristige Sparer und auch sicherheitsbewusste Anleger stellen sich immer die Frage, ob ihr Festgeld oder Tagesgeld wirklich sicher ist. Zu diesem Zweck wurde als Sicherungsverfahren die Einlagensicherung ins Leben gerufen. In Österreich wird diese Einlagensicherung von fünf Einrichtungen durchgeführt. Jede in Österreich ansässige Bank muss zu einem dieser sektoralen Einrichtungen gehören. Hierzu gehören

  • der Sektor der Banken & Bankiers mit der gleichnamigen Einlagensicherung in Wien,
  • der Raiffeisensektor der österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung eGen in Wien,
  • der Sparkassensektor mit der Sparkassen-Haftungs AG in Wien,
  • der Volksbankensektor mit der Schulze-Delitzsch Haftungsgenossenschaft in Wien und
  • der Hypothekenbankensektor mit der Hypo-Haftungs-Gesellschaft mbH in Wien.

Wie hoch beläuft sich die Einlagensicherung in Österreich?

Bereits im Oktober 2008 erklärten Bundeskanzler Gusenbauer und Finanzminister Molterer, dass im seinerzeitigen Ministerrat eine unbegrenzte Einlagensicherung beschlossen wurde. Dies stünde auch im Einklang mit der deutschen Gesetzgebung. Ausschlaggebend war die Einigung der EU-Finanzminister auf eine EU-weite Erhöhung der bisherigen Einlagensicherung von 20.000 auf 50.000 Euro. Die neue Regelung der unbegrenzten Einlagensicherung galt rückwirkend zum Oktober 2008 und lief bis zum 31.12.2009. Seit dem 1. Januar 2010 beträgt die Einlagensicherung für Privatpersonen 100.000 Euro, für Personen- und kleine Kapitalgesellschaften 50.000 Euro. Schon früher musste einmal die Einlagensicherung der Banken & Bankiers für die Insolvenzen der BHI 1995, im Jahr 1998 für die Diskont Bank und die Riegerbank, sowie im Jahr 2001 für die Trigonbank eintreten. In all diesen Fällen musste die Einlagensicherung zum Schutz der Anleger einen Gesamtbetrag von 140 Millionen Euro aufbringen. Die heute für Privatanleger geltende Regelung von 100.000 Euro erstattet den Anlegern daher auch eine Quote von 100 Prozent. Nähere Angaben, ob eine in Österreich tätige Bank einer Einlagensicherung angeschlossen ist, kann auf der eigens hierfür eingerichteten Homepage entnommen werden. Übrigens sind die oben genannten fünf Sicherungsverfahren gleichzeitig auch Mitglied der Europäischen Vereinigung für Einlagensicherungen. Hauptsitz der European Forum of Deposit Insurers ist Brüssel.

Kann sich der Anleger von Tagesgeld auf die Einlagensicherung vertrauen

Die gesetzliche Absicherung macht jede Tagesgeldanlage zu einer sicheren Geldanlage, wenn die betroffene Bank auch Mitglied in einem Sicherungsfonds ist. Neben den Guthaben, die auf einem Tagesgeldkonto vorhanden sind, werden aber auch die Zinserträge abgesichert. Der Anleger sollte jedoch vorsichtig sein, wenn er eine ausländische Bank wählt. In einigen Internetportalen werden neben den bekannten großen Anlagebanken auch etliche unbekannte Bankinstitute gelistet, die mit einer hohen Guthabenverzinsung locken. Wichtig zu wissen ist, dass oftmals im Ausland nur niedrige Sicherungsgrenzen staatlich garantiert werden. Diese liegen meist zwischen 20.000 und maximal 100.000 Euro. Wer sich für ein ausländisches Bankinstitut entscheidet, sollte nur so viel Geld anlegen, welches zu 100 Prozent auch abgesichert ist. Für darüber hinaus gehende Beträge empfiehlt sich ein zweites Tagesgeldkonto.


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